Über die Sammlung

Wie alles begann

Im Jahr 2001 saß meine Mutter mit einem Stapel handschriftlicher Kochbücher am Tisch — angefangen mit den eigenen, die über Generationen in unserer Familie weitergegeben worden waren. Aus reiner Leidenschaft für alte Rezepte begann sie, sie Seite für Seite abzutippen, damit sie nicht in einer Schublade verstauben, sondern gelesen und nachgekocht werden.

Was als kleines Familienprojekt begann, wuchs schnell darüber hinaus. Freunde und Bekannte hörten davon und brachten ihr eigene, alte Kochbücher — handschriftlich geführt, manche über hundert Jahre alt, mit verblasster Tinte und den kleinen Notizen am Rand, die nur entstehen, wenn ein Rezept wirklich oft gekocht wurde. Jedes einzelne wurde sorgfältig übertragen, ohne den Charakter des Originals zu verlieren.

Dazu kamen mit der Zeit unzählige weitere Rezepte, gesammelt aus alten Zeitungen — kleine Kochspalten und Beilagen, wie sie früher zum Alltag gehörten, heute aber kaum mehr zu finden sind.

Eine Sammlung, die wuchs

Über die Jahre entstand daraus, Rezept für Rezept, die einst größte Sammlung österreichischer Rezepte im Internet — geordnet nach Bundesländern, denn jede Region Österreichs hat ihre eigene Küche, ihre eigenen Klassiker, ihre eigene Art, Grießnockerl oder Streuselkuchen zu machen. Manche der hier gesammelten Rezepte sind über hundert Jahre alt und erzählen, wie in österreichischen Küchen gekocht wurde, lange bevor es Kochshows oder Rezept-Apps gab.

Am 5. September 2001 wurde die Domain rezeptesammlung.net registriert — genau in dieser Zeit, als meine Mutter begann, die ersten Rezepte zu sammeln und niederzuschreiben. Über zwei Jahrzehnte lang war die Seite online, bis die Technik dahinter irgendwann nicht mehr mithalten konnte und sie schließlich offline ging.

Heute

Jetzt ist die Sammlung zurück — technisch neu aufgebaut, aber mit demselben Inhalt, der sie all die Jahre ausgemacht hat: echte, überlieferte Rezepte, keine Erfindungen, keine austauschbaren Instant-Rezepte von der Stange.

Wenn Sie hier stöbern, blättern Sie im Grunde durch dieselben handschriftlichen Kochbücher, die einmal auf einem Küchentisch lagen — nur eben digital, durchsuchbar, und hoffentlich für noch viele weitere Jahre bewahrt.

Markus Fröstl