Praktische Tipps rund ums Nähen: vom Stoffkauf über Zuschneiden und Nähen bis zu Knöpfen, Flicken und Ordnung im Nähkorb.

Stoff wählen und einkaufen

Farbe und Qualität prüfen

Den Stoff vor dem Spiegel über die Schulter legen. So sieht man, ob Farbe und Qualität zum eigenen Typ passen.

Andere Stoffquellen

Dekostoffe aus der Gardinenabteilung oder Stoffe aus der Wäscheabteilung können Alternativen sein. Dekorationsgeschäfte verkaufen Reste von Möbelstoffen mitunter günstiger. Am billigsten ist der Ausverkauf, der sich für größere Vorratskäufe eignet.

Für Anfängerinnen und Anfänger

Gleichmäßig stark gemusterte und dunkle Stoffe sind leichter zu verarbeiten, weil man Fehler weniger sieht. Für das erste Stück eignet sich ein preiswerter, griffiger Baumwoll- oder Wollstoff. Misslingt er, ist der Verlust klein.

Stoffmenge abschätzen

Ein gefaltetes Leintuch hat die gleiche Breite wie ein doppelt liegender Stoff mit 140 bis 150 cm. Man legt die Schnittteile darauf und misst die benötigte Länge. Bei 80 bis 90 cm Stoffbreite braucht man die doppelte Länge.

Gleich mehr kaufen

Bei besonders günstigem Stoff lohnt die zwei- bis dreifache Menge. Daraus lassen sich passende Teile wie Rock, Bluse, Weste oder Jacke ergänzen.

Stoffreste aufbewahren

Reste lassen sich platzsparend und knitterfrei in einer leeren Küchenpapierrolle lagern. Dazu den Stoff fest aufwickeln und in die Rolle schieben.

Zuschneiden und Vorbereiten

Vor dem Zuschneiden kontrollieren

Bei Stoffen mit Strich, etwa Cord, Samt oder manchen Wollstoffen, müssen alle Teile in dieselbe Richtung liegen. Auch das Muster sollte zusammenpassen.

Schneidunterlage

Eine Plastikdecke auf dem Zuschneidetisch schützt ihn vor Kratzern, und die Schere gleitet leichter. Ein linksherum aufgelegtes Wachstuch verhindert zusätzlich, dass der Stoff auf der glatten Platte rutscht.

Vorne und hinten unterscheiden

Wer das Vorderteil mit glatter und das Rückenteil mit gezackter Schere schneidet, kann die Teile beim Zusammennähen nicht verwechseln.

Bügeln beim Nähen

Gut gebügelt ist halb genäht. Das Bügelbrett im rechten Winkel und in gleicher Höhe neben den Nähtisch zu stellen spart Wege.

Saum ohne Stecken

Den Saum mit Schneiderkreide markieren und mit Haarklammern fixieren. Man muss nicht stecken oder heften, und es bleiben keine Löcher im Stoff.

Nähen mit Maschine und Hand

Heikle Stoffe nähen

Unter die Naht von Nylon-Trikot oder feiner Seide Packpapier legen und mitnähen. Der Stoff wird besser transportiert, und das Papier lässt sich danach abreißen. Eine Frotteeschürze verhindert, dass die Arbeit vom Schoß rutscht.

Gleich große Handstiche

Den Stoff zuerst ohne Faden durch die Maschine laufen lassen. Die Löcher dienen dann als Vorlage für die Handstiche. Bei Lederarbeiten nimmt man dafür eine sehr kräftige Nadel oder eine Ledernadel.

Faden wachsen

Faden über ein Stück Wachs, zum Beispiel einen Kerzenstummel, ziehen. Er läuft dann beim Handnähen leichter und hält besser.

Säume aus rutschigem Stoff

Bei sehr glatten oder feinen Stoffen nach wenigen Stichen jeweils einen Knoten machen. Reißt der Faden, muss nur das kurze Stück dazwischen neu befestigt werden.

Ärmelnähte

Ärmel von Blusen, Hemden oder Jacken wenn möglich mit doppeltem Stich nähen. So nutzen die Nähte weniger schnell ab.

Applikationen aufnähen

Applikationen oder Flicken vorher in schwache Stärkelösung tauchen, trocknen und in Form bügeln. Sie rutschen dann beim Aufnähen nicht und knittern weniger.

Knöpfe, Druckknöpfe und Reißverschlüsse

Ersatzknöpfe annähen

Ein bis zwei Extraknöpfe gleich an den hinteren Saum, die Seitennaht oder die Knopfleiste nähen. Geht ein Knopf verloren, ist der passende da.

Verstärkung unter dem Knopf

Ein kleines Stoffstück zwischen Futter und Oberstoff verstärkt die Stelle. Das hilft besonders, wenn dort schon Löcher von ausgerissenen Knöpfen sind.

Schwere Stoffe

Für Knöpfe an Mänteln und schweren Stoffen eignet sich Angelschnur, die mit 3 bis 5 Kilo belastbar ist.

Stiel am Mantelknopf

Einen Bleistift zwischen Stoff und Knopf legen und den Knopf locker annähen. Dann den Bleistift entfernen, die Fäden fest umwickeln und verknoten. Bei Vierlochknöpfen funktioniert das auch mit einem Streichholz.

Haltbarer mit Wachs

Den Faden vor dem Annähen mit etwas Bienenwachs einreiben. Dann hält der Knopf länger.

Vierlochknöpfe doppelt sichern

Jedes Lochpaar mit einem eigenen Faden annähen und jeden Faden extra verknoten. Reißt einer, hält der andere.

Knopf mit abgebrochenem Stiel

Einen kleinen flachen Knopf an die Stelle nähen und den schönen Knopf daraufkleben.

Knöpfe sortieren

Alle Knöpfe auf einen Faden fädeln und verknoten. So hat man sie auf einen Blick.

Knopflöcher an Wolljacken

Vor dem Waschen die Knopflöcher überwendlich zunähen. So leiern sie nicht aus.

Druckknopf schließt nicht mehr

Mit einem kleinen Hammer vorsichtig auf das Kopfteil klopfen. Es wird breiter und schließt wieder fest.

Druckknöpfe positionieren

Eine Hälfte mit der Spitze einarbeiten, die Spitze mit Schneiderkreide bestreichen und auf die Gegenseite des Stoffes drücken. Dort kommt die andere Hälfte hin.

Reißverschlüsse pflegen

Vor dem Waschen schließen, dann funktionieren sie danach besser. Ist der Griff abgebrochen, lässt er sich durch einen kleinen Schlüsselring ersetzen.

Reißverschluss wiederverwenden

Den Reißverschluss reichlich mit Stärke einsprühen. Er lässt sich dann wie ein neuer einnähen.

Flicken und Ausbessern

Jeans an den Knien schützen

Bei neuen Jeans gleich Bügelflicken innen auf die Knie bügeln. Die Hose trägt sich dann nicht so schnell auf. Zum Vorzeichnen lustiger Formen können Ausstechformen dienen.

Alte Bügelflicken entfernen

Abgewetzte Bügelflicken mit heißem Bügeleisen überbügeln. Dann lassen sie sich abziehen.

Schneller Jeansflicken

Löcher an den Knien kann man mit den Gesäßtaschen alter Jeans flicken. Die Kanten sind schon umgebogen und lassen sich rasch festnähen.

Risse in Zelt oder Rucksack

Zahnseide eignet sich zum Zunähen, weil sie aus Kunststoff und reißfester als Zwirn ist. Zwirn aus Baumwolle kann brüchig werden.

Handtücher retten

Abgewetzte Kanten alter Handtücher und Waschlappen mit Zierstichen umnähen. Dabei helfen die Zusatzeinrichtungen der Nähmaschine.

Reparaturwäsche kennzeichnen

Drahtkrampen von Brotpackungen eignen sich zum Beschriften von Kleiderbügeln. Man schreibt zum Beispiel Flicken, Knopf oder Saum darauf und hängt sie ans zu reparierende Stück.

Ideen zum Verwerten und Verlängern

Zu kurze Kinderkleider verlängern

Den Saum mit breiter Zackenlitze oder Spitze verlängern. Alternativ setzt man breite Kontraststreifen ein oder einen gekräuselten oder gefalteten Volant an.

Lätzchen aus Resten

Aus den Stoffresten von Kinderkleidung lässt sich ein passendes Lätzchen nähen. Schrägstreifen oder Spitze dienen als Verzierung.

Zu kurze Ärmel

Bei Mänteln oder Jacken kann ein Streifen Webpelz in passender oder Kontrastfarbe an oder auf den Ärmel gesetzt werden.

Schutzhülle für Gartenmöbel

Einen ausrangierten Duschvorhang in der Mitte falten und die Seiten zusammennähen. Es entsteht eine Hülle für zusammenklappbare Gartenmöbel.

Pantoffeln verschönern

Günstige Hausschuhe werden mit aufgenähten Stoffapplikationen hübscher.

Schal nicht mehr verlieren

Unterhalb des Armlochs einen Aufhänger annähen und den Schal nach dem Ausziehen dort durchziehen.

Stricken mit mehreren Knäueln

Die Knäuel in eine Tüte stecken und die Fäden durch verschiedene Löcher ziehen. So verheddern sie sich weniger.

Nähzubehör und Ordnung

Spulengarn verwerten

Fadenreste auf eine leere Garnrolle wickeln und als Handnähgarn nutzen. Mit 6 bis 8 zusätzlichen Unterspulen in den gängigsten Farben ist immer der passende Unterfaden zur Hand.

Spulen aufbewahren

Leere Pillenschachteln eignen sich dafür. Garnrollen können auch auf Nägeln hängen, die in ein schmales Brett am Nähplatz oder an der Innenseite der Schranktür geschlagen sind.

Scheren sicher lagern

Kleine, spitze Scheren sind in einem Brillenetui gut aufgehoben.

Pinzette im Nähkorb

Mit einer Pinzette lassen sich Nadeln durch dicke Stoffe ziehen. Sie hilft auch beim Einfädeln.

Nadeln mit Magnet

Einen kleinen Magneten in ein Fach des Nähkorbs legen. Er hält die Nadeln zusammen, und man sticht sich nicht mehr.

Nadelkissen selber machen

Einen Stoffbeutel mit ein bis zwei Ballen feiner Stahlwolle füllen und fest zunähen. Das Kissen hält die Nadeln und schärft sie.

Ordnung im Nähkasten

Zierknöpfe passen in kleine Pfefferminzschachteln, Borten und Bänder lassen sich um eine leere Garnrolle wickeln und mit Klebeband fixieren. Ein Kleinteilekasten mit durchsichtigen Schubfächern ordnet Knöpfe, Nadeln, Garne und Schnallen übersichtlich.

Nähmaschine reinigen

Eine Wimpernbürste reinigt Spulenkapsel und alle Winkel der Maschine gut.