Kurze Tipps rund ums Obst: Einkaufen und Reifen, Saft und Schale von Zitrusfrüchten, Verarbeiten und Aufbewahren, Kompott und Obstsalat sowie Marmelade und Einkochen.
Einkaufen und Reife prüfen
Ananas
Reif ist eine Ananas, wenn sich einzelne Blätter leicht herauszupfen lassen und sie mild-süßlich duftet. Die Farbe sagt nichts über die Reife aus. Weiche oder dunkle Stellen sind ein schlechtes Zeichen.
Melonen
Reife Melonen geben am Blütenansatz auf leichten Druck nach, duften intensiv und zeigen am Stielansatz oft einen Riss. Sie sollten kühl gelagert werden. Wassermelonen halten im Kühlschrank höchstens drei Tage, Zuckermelonen etwas länger.
Mango
Reife Mangos sind gelb-orange bis rötlich, duften am Stielansatz aromatisch und geben auf Druck leicht nach.
Birnen
Beim Kauf sollen Birnen noch fest, aber nicht hart sein, keine Druckstellen haben und aromatisch duften. Kühl gelagert halten sie einige Tage. Zum Backen eignen sich kräftig-aromatische Sorten mit nicht zu weichem Fruchtfleisch, sonst werden sie matschig.
Rhabarber
Die Stangen sollen prall sein und saftige Schnittflächen haben. Die Farbe sagt nichts über die Qualität aus, sie hängt von der Sorte ab.
Äpfel zum Backen
Zum Backen eignen sich mürbe, nicht zu süße Sorten wie Boskop, Gravensteiner, Cox Orange oder Gloster.
Mandarinen, Satsumas und Clementinen
Mandarinen sind saftig und leicht zu schälen, haben aber Kerne. Satsumas sind kernfrei, aber weniger aromatisch. Clementinen sind sehr süß und fast kernlos, lassen sich aber schlechter schälen.
Kiwis nachreifen lassen
Harte Kiwis reifen gut nach, wenn man sie mit einem Apfel in einen Plastiksack legt.
Zitrusfrüchte: Saft und Schale
Mehr Saft herausholen
Orangen, Zitronen und Limetten geben mehr Saft, wenn man sie vor dem Auspressen unter festem Druck auf der Arbeitsfläche hin und her rollt. Auch warme Früchte sind ergiebiger, daher kurz in warmes Wasser legen.
Ohne Presse auspressen
Die aufgeschnittene Frucht mit der scharfen Seite eines Messers von oben nach unten andrücken, der Saft rinnt dann an der Klinge ab.
Nur wenige Tropfen Saft
Die Zitrone mit einem Zahnstocher anstechen und den Saft herausdrücken. So bleibt die Frucht ungeschnitten.
Filetieren
Die Frucht oben und unten abschneiden und rundherum so schälen, dass die weiße Haut ganz entfernt ist. Dann die Filets mit einem scharfen Messer zwischen den Trennhäuten herauslösen. Sie passen auf Torten, zu Desserts und in Obstsalat.
Orangen leichter schälen
Die Früchte mit kochendem Wasser überbrühen und kalt abschrecken, dann lässt sich die Schale leicht abziehen.
Schale abreiben
Nur unbehandelte oder Bio-Früchte verwenden und nur das Gelbe abreiben, denn das Weiße schmeckt bitter. Mit Pergamentpapier auf der Reibe haftet die Schale daran und die Reibe bleibt sauber.
Schale auf Vorrat
Wenn nur der Saft gebraucht wird, die Schale unbehandelter Früchte trotzdem abreiben und einfrieren. Sie ist später für Kuchen und Desserts praktisch.
Obst verarbeiten
Braune Verfärbung vermeiden
Äpfel, Birnen und Bananen nach dem Zerkleinern sofort gleichmäßig mit Zitronensaft beträufeln, dann bleibt das Fruchtfleisch hell. Im Obstsalat die Früchte zuerst mischen und Äpfel oder Bananen mit einem Spritzer Zitronensaft zum Schluss untermengen.
Pfirsiche häuten
Mit heißem Wasser überbrühen, kalt abschrecken und die Haut abziehen. Im Kuchen schmecken die Früchte ohne Haut besser.
Kirschen entsteinen
Die Kirschen kurz ins Gefrierfach legen. Das Fruchtfleisch wird fester, das Entsteinen geht leichter und es geht weniger Saft verloren.
Mango zerlegen
Das Fruchtfleisch an beiden Seiten dicht am Stein abschneiden. Den Stein mit einer Gabel auf ein Brett drücken und das restliche Fruchtfleisch mit dem Messer rundherum abstreifen.
Avocado öffnen
Die Frucht rundherum bis zum Kern einschneiden und die Hälften gegeneinander drehen. Den Kern mit der Messerklinge anschlagen und herausheben.
Avocado bleibt grün
Das Fruchtfleisch mit Zitronensaft beträufeln. Bei Avocadosalat den Kern bis zum Servieren im Salat lassen.
Johannisbeeren abstreifen
Mit einer Gabel lassen sich die Beeren schnell von den Rispen streifen.
Kokosnuss öffnen
Die Nuss etwa 20 Minuten bei 180 °C im vorgeheizten Backofen erhitzen. Die Schale bekommt Risse und lässt sich leichter aufbrechen.
Kiwi und Milchprodukte
Kiwis enthalten ein eiweißspaltendes Enzym, das Milchprodukte bitter schmecken lässt und zum Gerinnen bringt. Daher Kiwis erst kurz vor dem Essen zugeben. Gelbe Kiwis kann man problemlos verwenden.
Verklebte Trockenfrüchte lösen
Zusammenklebende Datteln, Feigen oder Rosinen etwa 2 Minuten bei 180 Watt (Auftaustufe) in die Mikrowelle geben, dann lösen sie sich wieder.
Trockenfrüchte weich machen
Die Früchte mit Wasser bedeckt und zugedeckt 90 Sekunden in der Mikrowelle auf höchster Stufe erhitzen. Einweichen über Nacht ist nicht nötig.
Aufbewahren und einfrieren
Erdbeeren und Beeren einfrieren
Die Früchte waschen, putzen und trocken tupfen. Locker nebeneinander auf einem Tablett vorfrieren und erst dann in Gefrierbeutel füllen. So kleben sie nicht zusammen, werden nicht matschig und lassen sich einzeln entnehmen.
Tiefkühlobst auftauen
Das Obst vor dem Auftauen mit heißem Zuckerwasser übergießen und nicht umrühren. So behält es die Farbe und taut schneller auf.
Bananen länger frisch halten
In einem luftdicht schließenden Behälter kühl aufbewahrt werden Bananen nicht so schnell überreif.
Dosenobst nach dem Öffnen
Nicht Verbrauchtes in Gläser oder Kunststoffbehälter umfüllen und höchstens 2 Tage im Kühlschrank lagern.
Überreifes Obst verwerten
Überreife Bananen
Als Püree unter Naturjoghurt gemischt ergeben sie ein rasches Dessert. Unter Rührteig gemischt machen sie den Kuchen saftig und aromatisch. Reife Bananen schmecken auch in Butter angebraten und mit Honig oder Ahornsirup beträufelt.
Weiche Früchte für Shakes
Sehr weiches Obst mit Druckstellen: schadhafte Stellen entfernen, pürieren und mit Milch mixen.
Fruchtpüree
Gewaschenes, geputztes und grob zerkleinertes Obst wie Beeren, Melone, Kiwi oder Mango pürieren, mit etwa 1 EL Puderzucker pro 100 g Obst. Das Mus anschließend durch ein feines Sieb streichen. Es passt zu Eis und Pudding.
Kompott, Desserts und Obstsalat
Apfelmus und Apfelkompott verfeinern
Mit Apfel- oder Birnensaft statt Wasser eingekocht schmeckt Apfelmus intensiver. Zimt, etwas Glühweingewürz, ein Löffel Quittengelee oder mitgekochtes Backobst geben zusätzlich Aroma. Für ein einfaches Kompott 1 kg Äpfel schälen, entkernen und würfeln. Mit 200 ml Apfelsaft, dem Saft einer halben Zitrone und 75 g Zucker 5 bis 8 Minuten köcheln und mit Zimt abschmecken.
Rhabarberkompott
Mit einer Prise Salz und einigen mitgekochten Erdbeeren verliert Rhabarber viel Säure, es braucht weniger Zucker. Eine Zimtstange und ein Stück unbehandelte Zitronenschale geben Aroma und werden vor dem Erkalten entfernt.
Stachelbeeren milder machen
Die Früchte zuerst in Zuckerwasser dünsten, für 250 g Beeren etwa 40 g Zucker auf 375 ml Wasser. Danach gut abtropfen lassen.
Kompott binden
Die Speisestärke zuerst mit etwas Fruchtsaft glatt rühren und dann in die kochende Flüssigkeit einrühren, so bilden sich keine Klümpchen.
Obstsalat verfeinern
Geriebener Ingwer, eine Prise gemahlene Nelken, geröstete Nüsse oder Kokosflocken geben dem Obstsalat eine besondere Note. Dazwischen lassen sich Pudding, Quarkcreme, Eis oder kleine Mandelmakronen schichten.
Bratäpfel mit Marzipan
Von vier Äpfeln die Deckel abschneiden und das Kerngehäuse entfernen. Mit je zwei Esslöffeln Rosinen und Mandelstücken, einer Messerspitze Zimt und 100 g Marzipan-Rohmasse füllen, Deckel aufsetzen und im vorgeheizten Rohr bei 200 °C etwa 30 Minuten backen.
Gebratene Apfelscheiben
Mit Zucker bestreut und langsam in Butter gebraten werden sie schön kross. Sie passen als Dessert oder Beilage.
Erdbeer-Dessert
Erdbeeren klein schneiden, mit etwas Puderzucker süßen und mit Quark oder Mascarpone verrühren. Mit Zitronensaft beträufelt schmecken frische Erdbeeren aromatischer.
Blaubeer-Pfannkuchen
Etwas Teig in einer heißen, gefetteten Pfanne verteilen, mit Beeren bestreuen und fertig backen.
Dekoration aus Früchten
Aus Kiwi- oder Ananasscheiben lassen sich mit kleinen Ausstechformen hübsche Muster für Desserts ausstechen. Johannisbeerrispen in Eiweiß wenden, in Zucker wälzen und trocknen lassen, das ergibt einen schönen Tortenschmuck.
Speckpflaumen
Entsteinte Pflaumen mit einer dünnen Scheibe Frühstücksspeck umwickeln, knusprig braten und auf Spießchen stecken. Das passt gut auf ein Buffet.
Holunderbeeren
Die blauschwarzen Beeren sind erst gekocht essbar, grüne Früchte dürfen nicht verwendet werden. Holunder eignet sich für Gelee, Sirup, zum Backen oder für rote Grütze.
Marmelade und Einkochen
Geeignetes Obst
Nur reifes, einwandfreies Obst verwenden. Unreifes hat zu wenig Aroma, überreifes weniger Pektin und verdirbt leichter. Angefaultes beim Waschen aussortieren und die Früchte möglichst am selben Tag verarbeiten. Auch Tiefkühlobst eignet sich. Für Gelee darf das Obst ebenfalls nicht zu reif sein.
Das richtige Gerät
Man braucht eine gute Waage, denn das Verhältnis von Obst und Gelierzucker entscheidet über die Festigkeit. Der Topf aus Edelstahl soll mit Obst und Zucker nur zur Hälfte gefüllt sein, damit die Masse sprudelnd kochen kann und der Schaum Platz hat. Ein breiter Topf ist von Vorteil. Am besten eignen sich Gläser mit Schraubdeckel aus Metall. Alle Töpfe sollen sauber und fettfrei sein, die Gläser vorher mit kochendem Wasser ausspülen.
Mengenverhältnis
Als Faustregel kommen auf 1 kg Obst oder Beeren 1 kg Zucker. Für Gelee rechnet man 1 Liter Saft auf 1 kg Zucker. Mit Geliermittel lässt sich der Zuckeranteil auf die Hälfte verringern.
Gelierprobe
Etwas von der Masse auf einen kalten, glatten Teller geben. Wird sie fest und wirft Falten, wenn man sie antupft, ist sie fertig. Einfacher geht es mit dem Zuckerthermometer: Bei 104 °C geliert die Marmelade.
Marmelade fester machen
Ein halber, fein geriebener Apfel, der untergerührt wird, hilft selbst gemachter Konfitüre beim Festwerden.
Abfüllen
Marmelade und Gelee möglichst heiß bis zum Rand in die Gläser füllen. Bei Kompott und Saft einen Rand von 2 cm frei lassen. Damit die Gläser nicht springen, stellt man sie auf ein feuchtes Tuch, füllt zuerst wenig heiße Masse ein und schwenkt sie im Glas. Ein sauberer Löffel im Glas leitet zusätzlich Wärme ab.
Roh gerührte Erdbeerkonfitüre
Roh gerührte Konfitüre hat ein intensiveres Aroma, hält aber nur etwa drei Monate und gehört in den Kühlschrank. Für 500 g Erdbeeren: zerkleinern oder fein zerdrücken und mindestens 20 Minuten rühren. Dann nach und nach 500 g Gelierzucker 1:1 einrühren und mindestens 20 Minuten auf höchster Stufe weiterrühren, bis die Masse dicklich wird. In Gläser füllen und kühl lagern. Angebrochene Gläser halten etwa zwei Wochen.
Konfitüre im Winter
Auch in der kalten Jahreszeit lässt sich Konfitüre aus Mangos, Kiwis, Orangen oder Ananas kochen. Kokosraspel verfeinern sie. Kumquats lassen sich zu Konfitüre einkochen oder in Sirup einlegen.
