Praktische Tipps rund ums Grillen: von der Wahl des Grills und dem Anheizen über das richtige Grillgut bis zu Garproben, Zeiten und der Reinigung. Besonders hilfreich für Einsteiger.
Grill und Glut
Die richtige Temperatur
Der typische Grillgeschmack entsteht, wenn an der Oberfläche des Grillguts etwa 180 Grad herrschen. Das schaffen fast alle Grills, egal ob mit Kohle, Gas oder Strom.
Woher der Grillgeschmack kommt
Den Holzkohlengeschmack an sich gibt es nicht. Das Aroma entsteht, wenn Fleischsaft verdampft und sich auf dem Grillgut festsetzt, unabhängig von der Hitzequelle. Zusätzlich bleibt das Fleisch saftig, weil die hohe Hitze die Oberfläche rasch verschließt.
Zusätzliche Aromen
Rosmarin, Thymian oder Lorbeer sowie Rinde von Eiche, Apfel- oder Kirschbaum geben dem Fleisch eine feine Note, wenn man sie in die Glut legt. Bei Strom- oder Gasgrills die Kräuter oder das Holz in durchlöcherte Alufolie wickeln.
Holz und Holzkohle
Holzkohle eignet sich bestens. Auch unverkohltes Holz funktioniert und schmeckt sehr aromatisch. Stark harzhaltige Weichhölzer sind ungeeignet, da sie Funken sprühen, zu schnell verbrennen und viel Rauch erzeugen.
Richtig anzünden
Zum Anzünden Holzspäne, Reisig oder handelsübliche Grillanzünder verwenden. Unverkohltes Holz braucht etwa 1 bis 2 Stunden bis zur Glut, Holzkohlenbriketts 30 bis 45 Minuten, Holzkohle 20 bis 30 Minuten. Elektro- und Gasgrills sind nach etwa zehn Minuten bereit.
Wann die Glut passt
Mit dem Grillen beginnt man erst, wenn sich auf der Glut eine weiße Ascheschicht gebildet hat. Dann ist die richtige Temperatur erreicht.
Glutkasten mit Alufolie auslegen
Man kann den Glutkasten mit Alufolie auslegen und in Höhe der Luftlöcher mehrmals einstechen. Die Luftzirkulation bleibt erhalten, die Hitze wird besser reflektiert und die Reinigung wird einfacher.
Sicherheit und Standort
Für den Notfall vorsorgen
Feuerlöscher und ein Eimer Sand sollten griffbereit stehen. Brennendes Fett darf nie mit Wasser gelöscht werden, es besteht Explosionsgefahr.
Standort wählen
Den Grill so aufstellen, dass weder Gäste noch Nachbarn vom Rauch belästigt werden. Auf dem Balkon ist ein Elektrogrill die bessere Wahl.
Kinder und Natur
Kinder gehören nicht an den Grillplatz. Beim Grillen im Freien auf die Brandgefahr achten; am besten öffentliche Grillplätze nutzen.
Das richtige Grillgut
Passende Fleischstücke
Am besten geeignet sind Stücke, die schnell gar werden: wenig Fett und Bindegewebe, nicht zu dick. Steaks und Koteletts vom Rind oder Schwein sind eine sichere Wahl. Ganze Braten und Geflügel gelingen nur unter der Haube von Gas- und Elektrogrills wirklich gut. Geflügelteile und fester Fisch erfordern etwas mehr Geschick.
Schweinefleisch
Ein durchzogenes Stück bleibt saftiger. Man kann es in Scheiben grillen, füllen oder in Stücken mit Zwiebel, Paprika oder Speckwürfeln auf Spieße stecken.
Rind- und Lammfleisch
Rindfleisch nicht ganz durchgaren, sonst verliert es seine Zartheit. Lamm eignet sich besonders gut zum Grillen, wird immer mit Knoblauch gewürzt und ganz heiß serviert.
Kalb und Geflügel
Kalbfleisch wird leicht trocken. Man grillt es in Alufolie und bepinselt es zwischendurch mit Öl. Geflügel behandelt man ebenso; Hühnerfleisch passt sehr gut auf Spieße.
Würste
Bei längeren Grillfesten beginnt man am besten mit Würsteln. Frische Schweinswürste vorher überbrühen, Bratwürste leicht einölen, damit die Haut nicht platzt.
Wild, Fisch und Käse
Wild wird zwei bis drei Tage vorher eingebeizt. Auch Fisch und Käse lassen sich grillen, Käse am besten in Aluschalen.
Saftig grillen und Garproben
Nur einmal wenden
Das Grillgut nur einmal wenden. Sonst geht zu viel Bratensaft verloren und das Fleisch wird trocken.
Marinade während des Grillens
Fleisch während des Grillens mit Marinade zu bestreichen ist nicht nötig, es wird dadurch weder aromatischer noch zarter.
Alu unter das Grillgut
Eine Aluschale oder feste Alufolie unter dem Grillgut verhindert das Tropfen und leitet die Wärme gut weiter. Mit der glänzenden Seite nach oben klebt das Fleisch nicht fest.
Das richtige Öl
Geeignet sind hitzebeständige Öle wie Erdnuss- oder Olivenöl. Sonnenblumen-, Maiskeim- und Weizenkeimöl verbrennen unter starker Rauchentwicklung. Butter und Margarine sind ebenfalls ungeeignet.
Durchgaren
Rindersteak darf innen blutig bleiben. Schweine- und Geflügelfleisch sollte immer vollständig durchgegart sein.
Druckprobe
Je weniger das Fleisch auf Druck nachgibt, desto weiter ist es gegart. Ein blutiges Steak fühlt sich weich an (Kerntemperatur etwa 45 bis 55 Grad). Medium gibt federnd nach (etwa 60 Grad). Durchgegartes Fleisch lässt sich nur noch schwach eindrücken.
Reihenfolge und Zeiten
Nach Garzeit auflegen
Das Grillgut wird je nach Garzeit aufgelegt. Rohe Folienerdäpfel kommen zuerst, sie brauchen etwa 60 Minuten. Besser vorkochen, dann sind sie in etwa zehn Minuten fertig.
Richtwerte
Ein Hendlbein braucht 15 bis 20 Minuten, ein 80-Deka-Fisch etwa sechs Minuten pro Seite. Bei Fleisch gilt: je dicker, desto länger, insgesamt aber nur kurz. Ein Steak braucht etwa acht Minuten, ein Filetstück etwa fünf.
Obst und Gemüse
Geeignetes Gemüse
Klassiker sind festfleischige, saftige Sorten wie Paradeiser, Zwiebel, Paprika, Melanzani und Zucchini. Auch Maiskolben, Champignons, Karotten, Lauchzwiebeln und Fenchel gelingen sehr gut. Zu große Stücke vorher in Scheiben oder Würfel schneiden.
Faustregel für Obst und Gemüse
Alles mit Schale, das nicht zu saftig ist, kann gegrillt werden, am besten in Alufolie.
Nach dem Grillen
Abkühlen und reinigen
Den Grill abkühlen lassen und erst bewegen, wenn er kalt ist. Die Restwärme nutzt man für eine erste grobe Reinigung.
Gasgrill abdrehen
Zuerst das Ventil der Gasflasche schließen, damit auch das Restgas in den Leitungen verbrennt. Dann die Drehschalter auf Null stellen.
